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Review: Unser Tourdate im Kitkatclub (Berlin)
Specials | 15.11.2012 - 15:14:59
Die etwas andere Clubbingerfahrung
Seite 1: Review: Unser Tourdate im Kitkatclub (Berlin)

Berlin, Berlin. Wir waren in Berlin. Am 3. November haben wir, Steve Simon und Grille, uns aufgemacht, um der Hauptstadt nicht nur einen musikalischen Besuch im Rahmen unserer “13 Jahre Toxic Family Tour” abzustatten. Denn am Montag, den 5. November, waren wir auch noch im Regierungsviertel, um bei der Anhörung des Petitionsausschusses zum Thema neue Gema-Tarife und Gema-Vermutung direkt vor Ort mit dabei zu sein.

Persönlich liegt mir dieser Berlin-Hype der letzten Jahre ja gar nicht. Liegt aber wohl auch daran, dass ich generell weniger auf Hypes anspreche. Ich, als ehemaliger “Rebell schon zu Schulzeiten”, mag nicht wie ein Lemming jedem hinterher einfach so von der Klippe springen. Dennoch kann ich diesen Hype ein wenig nachvollziehen.  Doch jedem aus dem eher konservativen Frankfurt kommenden, fällt es sofort auf. Nicht nur die Berliner Luft ist anders, sonder auch die ganze Aura. Etwas lockerer, unverkrampfter und einfach irgendwie ein wenig beschwingter.

Dies mag wohl vor allem daran liegen, dass in dem großen Schmelztiegel Berlin genug Platz ist für Individualisten, Kreative sowie Andersartige, die sich geschickt unter die banalen Alltagsmenschen mischen. . Da wundert es nicht, dass der Hipster zuerst in Berlin gesichtet wurde. Vielleicht liegt es ja auch an der gehörigen Portion Ossis vor Ort, deren Lebenseinstellung schon immer etwas anders war, als die der typischen Wessis.

Ja.. schlagt mich dafür, auch wenn ich Frankfurt liebe, aber Frankfurt ist nun mal, eine durch Geld verseuchte Stadt. Mittlerweile viel zu voll mit Leuten, die allein durch Ihre Arbeit oftmals schon einen Stock operativ  im Arsch sitzen haben. Klar, in Berlin ist die Politik mit ebensolchen Anzugträgern zu Hause, aber Berlin ist eben auch 5-mal größer. Doch im kleinen Frankfurt stapeln sich immer mehr Hochhäuser voll mit Bankern und Managern, treiben so die Konzentration an Business und die Mietpreise in die Höhe. Der Rückblick auf unsere Szene zeigt dann auch deutlich, dass der Mainstream die einstige Technohauptstadt überrollt hat und der gepflegte Underground überschaubar geschrumpft ist.

Nun gut, Berlin fühlt sich nun mal anders an und ich hätte gerne ein wenig davon mitgebracht, um es in Frankfurt einzupflanzen, damit etwas mehr Leichtigkeit Einzug hält. Denn tief im Herzen gibt es genug von Euch die ebenso denken, was viele Meinungen in Gesprächen in der Vergangenheit gezeigt haben. Doch dies ist schon wieder ein vollkommen anderes Thema und deshalb weiter im Review.

Nach einer Hinfahrt komplett grau in grau, Strömen von Regen und noch mehr grau in grau sind wir munter in unserem Hotel, nach knapp 5 Stunden Fahrt, angekommen. Und was eine Überraschung, dieser alte Kasten war mir bekannt. 1995 musste der noch nicht ganz fertiggestellte Bau der 3 Hochhäuser, mehrere Busladungen Raver zur Love Parade über sich ergehen lassen. Allerdings wurde scheinbar seit dem Bau in den 90s an Neuerungen gespart. Ein dicker fetter Röhrenfernseher im Zimmer, diverse Abnutzungserscheinungen draußen auf den Gängen und Getränkeautomaten darauf, ließen dann so gleich ein gewisses Oldskoolfeeling aufkommen. Aber wir hatten ein Bett, Dusche und Frühstück und überhaupt, was soll man bei einem Groupon-Deal schon erwarten. Da ist der erprobte Raver dann doch recht genügsam. Auch, dass die im Jahr 2012 fürs W-Lan Kohle haben wollten, interessierte wenig, wenn man doch seinen eigenen Hotspot in der Hose hat. Das Handy ist gemeint. Das Handy.... der andere Hotspot kann kein W-Lan. ;)

So viel dazu. Nach noch ein paar Stunden relaxen, trafen wir uns mit Aerok, der uns den Kontakt zum Kitkatclub hergestellt hatte und der unser Warm Up spielen würde an diesem Abend. Aerok war auch mal Frankfurter, wurde aber von Berlin liebevoll adoptiert und passt mit seiner Art auch super dort hin. Jedenfalls scheint ihm der Wechsel sehr gut getan zu haben und wir freuten uns einen gutgelaunten Aerok anzutreffen.

Was hatten wir uns gefreut, als wir von ihm vor ein paar Monaten erfuhren, dass wir im berühmt berüchtigten Kitkatclub spielen würden. Bekannt seit Mitte der 90s, unter anderem auch durch legendäre Wagenauftritte auf der Love Parade, ist der Kitkatclub mittlerweile nach diversen Umzügen in den Räumen des alten “Sage Club” gelandet. Undenkbar, dass hier in Frankfurt ein Club gleich mehrfach umzieht und dann auch noch weiterbestehen kann. Doch der Kitkatclub ist auch nicht irgendein Club, sondern ein Club mit den gewissen Besonderheiten und die sollten einem als Besucher auch bewusst sein. Denn auch wenn das Konzept an sich immer noch ein Club für elektronische Musik ist, so zielt das Gesamtkonzept auf mehr als nur Liebhaber dieser Musik ab.

Wer sich die Events durchschaut, der wird ein kunterbuntes Programm vorfinden, welches mit viel Erotik und Leidenschaft ausgeschmückt ist. Denn in den Räumlichkeiten des Kitkatclub ist nicht nur optisch Anderes oder mehr bzw. “weniger” an Kleidung erlaubt als in “normalen” Clubs, sondern auch den menschlichen Gelüsten in seinen schönsten Formen muss man sich hier nicht verwehren. Mit diesen Worten habe ich mal versucht meinen Eindruck zu vermitteln und zu umschreiben. Denn auf der Homepage vom Kitkat liest sich das allerdings doch recht pragmatisch, was aber wohl auch besser so ist, damit auch der letzte Vollhonk versteht was Sache ist. Im Grunde kann man sagen, alles was sexy, erotisch und einfach anderes ist - ja. Nur Jeans und Shirt - nein. Im Notfall kann man auch gleich ganz seine Klamotten abgeben an der Garderobe. Es wäre erlaubt und niemanden würde es stören. Wenn Ihr jetzt noch die Größe der Garderobe gesehen hättet, dann wüsstet Ihr sofort, Klamotten werden dort viel und gerne abgeben.

Erlaubt ist auch der körperliche Austausch von Intimitäten und lässt des Exhibitionisten- wie auch Voyeuristenherz höher schlagen. Und hier muss man gleich mal klar stellen, dass nur weil es erlaubt ist Sex zu haben nicht bedeutet, dass es hier zugeht wie im Swingerclub. Nein, das sind zwei paar unterschiedliche Schuhe und muss man ganz klar aus seinem Kopf streichen. Im Kitkatclub steht es den Leuten frei sich der Lust hinzugeben, wenn sie es denn wollen. Alles beruht natürlich darauf, dass kein Zwang in irgendeiner Weise vorherrscht und in erster Linie steht das Clubbing im Vordergrund. Es bestehen halt nur mehr Möglichkeiten als in normalen Clubs. Man verbindet einfach die Spielwelt der Erotik mit der der elektronischen Musik und erschafft damit eine eigene einzigartige Welt. Soweit hättet Ihr also auf diese Art schon mal einen groben Eindruck von der Sache an sich.

Sicher gibt es Mittlerweile auch andere Clubs, wo sich gewisse Freiheiten durchgesetzt haben. So sind Geschichten aus dem Berghain auch recht vielschichtig. Doch der Kitkatclub bereitet seinem Konzept auch noch ein passendes Ambiente hinzu und schafft es damit vollends, dass man als Besucher den Abstand zur realen Welt schafft und gewissen Ausschweifungen auch die Basis gegeben wird..

In den Räumen des Kitkatclubs wird auf mehreren Floors mit Dekoration, Malereien und viel Platz zum Wohlfühlen eine echt tolle Atmosphäre geschaffen. Zum Teil erinnert es an die typischen Goa-Dekos, verbindet aber auch andere Elemente miteinander. Auf unserem Floor, dem Dragonfloor, waren die Wände mit erotischen Motiven im Comicstil und in Neonfarben bemalt. Es gab einen Kronleuchter, eine Schaukel, eine Art Thron, viele gepolsterte Sitzmöglichkeiten und genau gegenüber vom DJ-Pult hing ein Feuer speiender Drachenkopf aus Metall. Ja richtig, das Ding war massiv und konnte auf Knopfdruck Feuer speien. Ein fantastisches Schauspiel. 

Neben dem Mainfloor und Dragonfloor gab es auch noch einen weiteren Kellerfloor und natürlich eine Art Darkroom. Dem Ambiente merkte man an, dass alles mit viel Liebe umgesetzt wurde. Hier gab es keine kalte, glatte Mainstream-Club-Ästhetik, die nur den Sinn und Zweck hat, es dem ebenso glatten Publikum recht zu machen. Nein, hier wurde mit viel Handarbeit und mit vielen Ideen eine Vision umgesetzt. Es erinnerte an die Zeiten, als auf Partys noch in bunte Wohlfühldeko Geld investiert wurde, weil die DJs noch normale Gagen haben wollten. Denn wo kann man besser den Kopf frei bekommen und aus der Realität abtauchen als in einer Umgebung wie aus einer anderen Welt.

Wie aus einer anderen Welt war auch das Publikum. Es tummelte sich eine schöne Mischungen aus Männlein und Weiblein aller Altersklassen auf den Tanzflächen. Die Party war als eine Art Halloween-Party deklariert, aber ich denke der Unterschied zu all den anderen Partys dürfte nicht so groß gewesen sein. Denn abgesehen von ein paar dem Motto entsprechenden Outfits von Hexe, Vampir oder Beetlejuice, dürfte der Rest auch so oder so immer passend fürs Kitkat sein. So gab es viel Fetisch, nackte Haut, Erotisches, die ein oder andere Uniform, aber auch konventionellere knappe Outfits zu bestaunen. Im Notfall ließ man auch einfach mal die Hose weg, oder sprang als Frau nur mit einem Männerhemd bekleidet auf der Tanzfläche rum.

Bei so viel geballter Erotik und den unterschiedlichsten Geschmäckern, gab es viel zu sehen. Sicher, das ein oder andere war gewöhnungsbedürftig, doch auf der anderen Seite gab es auch viel zu genießen. Letztendlich verhalf die Atmosphäre dem Publikum, dass man sich auch als Neuling in dieser Welt schnell wohlfühlte. Denn trotz der vielen nackten Haut und der prickelnden Erotik in der Luft, behandelte man sich mit viel Respekt und Anstand. Ausgelassen ja, aber eben mit dem entsprechend Umgangston. Die ist auch unserer weiblichen Begleitung aufgefallen, die sich am Anfang auch etwas unsicher war, was sie an diesem Abend erwarten würde. In einem sexy Abendkleidchen und mit Bunnyöhrchen von uns ausgestattet, fühlte sie sich aber schnell sehr wohl und war von der Atmosphäre und der Art wie man miteinander umgeht, begeistert. Die Frankfurter Damenwelt kennt nämlich ganz andere Situationen im Nachtleben unter vollkommen angezogenen Leuten. Dort wird ein „Nein“ auch gern mal überhört. Im Kitkat konnte Sie sich allerdings schnell sicher sein, dass eventuelle Annäherungsversuche mit einer Verneinung auch als diese akzeptiert wurden. Somit war auch bei Ihr dieser Abend mit vielen positiven Erfahrungen versehen.

Kommen wir zum Musikalischen. Auf dem Mainfloor war es mitunter recht flächig. Teils gab es sogar etwas Goa und der ein oder andere Klassiker floss mit ein. Das überraschte uns schon ein wenig, kommt doch bis nach Frankfurt eher der Bar25 oder Ostgut-Technosound.

Aber wir merkten schnell, dass hier auch im musikalischen ein “open minded” Publikum anzutreffen war. So übernahmen wir gegen 2 Uhr die Schicht von Aerok auf unserem Floor mit leicht flächig melodischen Sound, um uns in den kommenden fasst 5 Stunden durch eine Vielzahl an abwechslungsreichen Tracks zuspielen. Wer uns kennt weiß, dass wir in unserem Repertoire ein Vielzahl an Sounds haben, die wir je nach Zeit und Ort einzusetzen wissen. Generell konnte man beim Publikum aber einen kleinen Hang zu Melodischen ausmachen. Umso schöner, denn so konnte ich bei kleineren Soloparts eben diese Seite ausleben, während Steve wieder irgendwo auf Erkundungs- und Kommunikationstour im Club war.


Ein kleines Soundbeispiel vom Mainfloor.

So gibt es einen Track, den ich unweigerlich mit diesen Abend in Verbindung bringen werde. Denn bei “Rodriguez Jr. - Satellite” war die Tanzfläche voll und man merke richtig wie die Leute die Musik genossen. Augen zu, über den Boden schwebend und ein genüssliches Lächeln auf den Lippen. Genau, dies war meine Intention, denn angesteckt von Ambiente, Atmosphäre, Leute und der Erotik in der Luft packte ich genau diese Tracks aus, die eben genau dies in meinen Augen wiederspiegelten. Und so hatte auch ich bei “Rodriguez Jr. - Satellite” ein Lächeln auf den Lippen und hielt diesen tollen Moment in mir fest.


Rodriguez Jr. - Satellite - mobilee095 from mobilee records on Vimeo.

Die Zeit verging wie im Flug und wir hatten echt ne Menge Spaß am Mixer, auf der Tanzfläche und auch sonst. Es war ein toller Abend und ein schöner Ausflug die Welt des Kitkatclub. Wer so sein Problem mit offen ausgelebter Sexualität und Erotik hat, für den ist der Kitkatclub wahrlich nichts. Wer meint dies könnte ihm gefallen oder wer so oder so kein Problem damit hat und den Reiz zu schätzen weiß, dem sei ein Besuch wärmstens empfohlen.

Wir hatten ein tolle Zeit und haben auch viele neue Leute kennengelernt. Dank Facebook und Co. und durch unser Anti-Gema-Kampagne hatten wir bereits im Vorfeld einige Kontakte im Netz, denen man so auch mal direkt “hallo” sagen konnte. Vielleicht werden wir dies ja bald mal wieder machen. :)

Eurer Grille

Fotos by Jasminimal Photography
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Auf Grund eines zu hohen Spamaufkommens in den Kommentaren, wird jeder Kommentar vom Admin geprüft und freigegeben. Wir denken dies ist auch in Euerem Interesse, da Ihr sicher auch keinen Bock auf Werbung für gefälschte Gucci-Taschen, Potenzmitteln und anderen Dünnschiss habt.

Eure ToFa


   MaHo
17.11.2012 - 16:29:20  

es freut mich riesig dass es Euch gefallen hat, ihr wart auch klasse und es hat mich (und alle anderen sicher auch) riesig gefreut dass ihr einen Tourstop im Kitty gemacht habt :) = Normaler Smile

LG, MaHo.
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