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Festivals und der obligatorische Shitstorm
The Diary | 04.09.2013 - 15:58:33
Kolumne: Das Wort Moses
Seite 1: Festivals und der obligatorische Shitstorm

Die Festival Saison nähert sich langsam dem Ende und wie jedes Jahr gibt es viel zu erzählen und im Nachhinein zu bewerten. Da zerstören Drogenleichen den guten Ruf, woanders weht es eine Bühne und wieder woanders springt ein Investor ab. Nichts neues, das gab es schon vor 20 Jahren.

Gerade in Zeiten der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter bekommt Aussenwirkung, Ruf und Öffentlichkeitsarbeit eine neue Wirkung.  Nennen wir sie einfach Stefanie G. aus K. und Alex B. aus M. – versinnbildlicht für eine Generation an Menschen die nicht denken können – bekommen nun eine Plattform. “Shitstorm” ist der neue heisse Scheiss in den Szenen dieser Welt. Man kann seiner Blödheit einfach freien Lauf lassen und es finden sich unter Garantie immer ein paar Grenzdebile die dort wunderbar mit einsteigen.

Hier ist es zu teuer, da ist das LineUp scheisse, dort werden keine warmen Decken in der Nacht verteilt. Die Summe der absurden Anforderungen an ein Festival nimmt stets zu und erreicht eine ganz neue Dimension. Warum eigentlich bietet der Veranstalter nicht ein LineUp für jedermann? Stefanie G. aus K. möchte gerne Steve Aoki und Alex B. aus M. steht auf Monika Kruse. Natürlich sollen beide auf den Mainfloor spielen. Und wenn man schon dabei ist kann man doch direkt die aktuellen Dj Charts hoch und runter buchen. Viele Floors und eine tolle Deko, das wär schön. Dixie Klos, aussen poliert, innen stets gereinigt, ja das muss sein. Ein Reinigungsintervall von 10 Min, damit es nicht so riecht, muss da schon drin sein. Duschen sind stets zu desinfizieren, eine Fussbodenheizung unter den Paletten beugt Erkältungen vor und stimmt den geneigten Raver freundlich. Wenn die sanitären Anlagen stimmen ist doch schon für eine komfortable Abfuhr dessen gesorgt was man sich in den reichlich gesähten Fressbuden in den Körper schiebt. Toll wenn dort GOSCH die Krabbenbrötchen mit frischen Sylter Nordseekrabben befüllt oder zu den Muscheln ein guter Wein kredenzt wird. Natürlich ist mindestens ein Michelin Stern, besser zwei in Folge, Pflicht! Vitamine und Spurenelemente sorgen für Fitness auch über die Peaktime hinaus! Stefanie G. aus K. hat Laktoseintoleranz. Sehr ärgerlich wenn darauf keine Rücksicht genommen wird. Und auch Alex B. aus M. – allergisch gegen Hülsenfrüchte – möchte sich sicher sein das er keine Lebensmittel zu sich nehmen muss die Spuren von Nüssen enthalten können.

Wenn dies alles gewährleistet werden kann steht doch einem tollen Festival nichts im Wege, oder? Mitnichten! Da ist noch das leidige Thema Getränke! Günstig müssen sie sein. Und lecker. Und überhaupt sollte man eigene Getränke mitbringen dürfen. Das sorgt für einen fachmännischen Vergleich und Qualitätssicherung. Das sollte auch im Sinne der Zulieferer sein. Wenn jetzt noch die Deko stimmt, jeder Floor mit einer latent überdimensionierten Funktion-One (Steffi G. aus K. hat gehört das wäre die beste der Welt weil sie ja im Berghain stünde) ausgerüstet ist und die drohenden Unwetterwolken mit Ionenkanonen bekämpft wurden muss nur noch die Hürde des Eintrittspreises überwunden werden. Mehr als 30 € darf es nicht sein, schliesslich ist ein kommerzielles Festival Opfer des Kapitalismus und überhaupt: Familie, Licht und Liebe und so!

Worüber Stefanie G. aus K., Alex B. aus M. und vor allen Dingen ihre Fürsprecher und Unterstützer nicht nachdenken ist eigentlich überraschend simpel. Jedes Festival kostet schon Geld noch weit bevor überhaupt Geld verdient wurde.

Und ja, ein Festival ist sicherlich auch dazu ausgelegt Geld zu verdienen. Sollte es zumindest. Stellt euch doch mal vor ihr würdet ein Jahr lang 40 Stunden eurem Job nachgehen um am Ende immer nur eure Fixkosten bezahlt zu bekommen. Manchmal nicht mal das. Sinnbefreit oder? Ein Jahr lang, 40 Stunden höre ich Steffi G. aus K. etwas mongoloid aus dem off fragen – Ja. Eine Veranstaltung in einer dementsprechenden Grössenordnung wird mindestens ein Jahr lang vorbereitet und organisiert. Mit vielen Menschen die alle bezahlt werden wollen und müssen. Mit Büroräumen deren bezahltes Interieur geputzt werden muss – zumindest ab und an. Mit Kugelschreibern und Laptops, mit Fahrzeugen und Flugtickets, mit Seitenschneidern und Bauzäunen. Gelände müssen gesichtet und gepachtet, gekauft, gemietet oder gestohlen werden. Genehmigungen in Ämtern, deren Öffnungszeiten nur an Sonntagen mit Vollmond gelten, eingeholt und Sicherheitsbestimmungen mit mind. 2 Sicherheitspersonen pro Besucher, bei besorgten Bürgermeistern, besprochen werden. Djs und/oder Bands müssen gebucht werden – oft aus Agenturen in denen im Kreis verkehrt wird. “Wir kennen dich nicht also bekommst du auch nichts. Und kennenlernen wollen wir dich auch nicht, denn wir sind viel zu cool.” ist oft die Devise. Der Headliner muss aber gerade Artist X sein, denn der ist gerade der heisse Scheiss und kommt auch noch aus Berlin. Kopfschmerz! Keiner kommt wenn keiner weiss wohin. Werbung in Radio, Szenemagazin, Webseite, Facebook – ekelhaft teuer. Die Liste an Ausgaben und Aufwänden könnte ewig so weitergehen. Steffi G. aus K. hat da jetzt schon abgeschaltet.

Erst kürzlich sah sich ein nicht ganz unbekanntes Festival gezwungen seine intimsten Dinge offen zu legen. Seine Bilanzen, Einnahmen und Ausgaben. Das ist so ungefähr als würdet ihr einmal zwischen die Beine der netten alten Dame von nebenan schauen, der ihr einmal im Jahr die Einkäufe hoch tragt und danach noch zu Kaffee und Kuchen bleibt. Hinter jedem Event stecken Menschen die mit oder ohne kommerziellem Hintergedanken viel Arbeit und Liebe in etwas stecken das ihnen ausser viel Arbeit – und mit etwas Glück und Können auch Geld – nur den Mehrwert des Erlebnisses und der Dankbarkeit bringt.

Vielleicht findet sich jemand der ein “Kommt hin oder lasst es bleiben” Open Air/Festival/Dingsbumms organisiert und dem alles völlig brause ist. Über den dürft ihr dann gerne euren Cyberbrechdurchfall ergiessen.

Herzlichst,
Moses
 


Wer ist Moses?

Nein, Moses ist nicht der mit den Steintafeln, aber seine Worte werden dennoch gern gehört. Seine bissigen Textzeilen auf seinem Blog regen an. Moses ehemals aus Köln, ist DJ und Szenemensch in Berlin und kein Unbekannter. Mit unregelmäßigen Gastbeiträgen aus seinem Blog, wollen auch wir "sein Wort" bei uns verkünden, denn der Ton dabei ist alles andere als weichgespült und hat oft mehr zu bieten als nur Unterhaltung.

 

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