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Gema-Tarife - Einigung ja, teuer ja, fair nein
Specials | 13.12.2013 - 15:19:56
Ein Überblick zu den neuen Gematarifen für Clubs & Diskotheken
Seite 1: Über´n Tisch gezogen

Kurz vor Jahresende kommt sie. Die Einigung um die strittigen Gema-Tarife. Genau die, gegen die wir in Ihrer Urforderung 2012 bei der Kulturtanzdemo auf die Strasse gegangen sind. Nun wurde verkündet, man habe sich geeinigt.

Pressemitteilung: (Berlin, 11. Dezember 2013) Nach einem beispielslosen Verhandlungsmarathon haben sich die Bundesvereinigung der Musikveranstalter und die GEMA auf eine vertragliche Regelung bzgl. der im Streit stehenden vier Veranstaltungstarife verständigt. Die neuen, ab dem 1. Januar 2014 in Kraft tretenden Tarife führen i.d.R. zu überwiegend moderaten, über mehrere Jahre verteilten Erhöhungen, teilweise aber auch zu deutlichen Entlastungen. „Nach vielen Monaten voller Ungewissheit und Existenzängsten besteht nun endlich Rechts- und Planungssicherheit für tausende Musiknutzer“, erklärt Ernst Fischer, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Musikveranstalter und Präsident des DEHOGA Bundesverbandes.

http://www.dehoga-bundesverband.de

Das befürchtete große Clubsterben wurde wohl abgewendet, doch der Tarif für Diskos und Clubs mit einer 8-Jahres-Staffelung ist dennoch nichts anders als schleichender Wucher und könnte am Ende doch den einen oder anderen Club auf dem Gewissen haben. Langsames Clubsterben halt. Denn die Berechnung sind auch weiterhin benachteiligend und nicht im Sinne der Funktionalität eines Clubs durchdacht oder gar angemessen. So kann man auch ruhig sagen, dass sich die Dehoga bei den Verandlungen mal mächtig über den Tisch hat ziehen lassen. Schade, dass dies auch noch als Erfolg in den Medien gefeiert wird.

Es steht ganz klar im Vordergrund, um was es der Gema hier geht. Mehr und mehr Geld, viel mehr Geld. Dabei sind die Steigerungen immer noch enorm, wenn auch nicht so utopisch wie 2012 gefordert. Doch man fragt sich, wie diese dennoch enormen Steigerungen gerechtfertigt sein sollen? Eventuell könnte es ja mit den 127,9 Millionen Euro bei den Aufwendungen des Gema-Apparats im Jahr 2012 liegen.

Was man auch bedenken sollte ist der Punkt, dass es bereits 2013 zwei Erhöhungen der Gema-Tarife gab. So wurde am 01.01.2013 eine Erhöhung von 5% und am 01.04.2013 noch mal um 10% eingeführt. Ganz geschickt hat man also hier schon mal vorab an der Preisschraube gedreht, um in den kommenden Jahren nochmals kräftig auf diese etwas draufzupacken. So kann man also bei den kommenden Steigerungen ruhigen Gewissens die bereits erfolgten mit einrechnen, denn diese waren und sind nichts anderes als ein geschickter Schachzug, damit die Gema am Ende doch Ihren Willen bekommt. 

Weiterhin ist es natürlich Fakt, dass in den Clubs für Musikgenres außerhalb des Mainstreams bzw. Gema-Repertoire und somit genau eben in unserer Szene, Geld an die Gema gezahlt wird, doch die betreffenden Künstler einen feuchten Schiss davon haben. Wo wir wieder bei der Bohlensteuer wären, denn wenn einer davon Vorteile hat, sind es eben solch große Namen und die großen Major-Labels, die uns seit Jahren mit musikalischem Dünnschiss zumüllen.

Doch eben diese ungerechte Art der Verteilung von Geldern sind wir hier in Deutschland ja gewohnt, die GEZ lässt grüßen. Doch zurück zu den neuen Tarifen. Was ist denn dabei nun Sache?

Nun Sache ist es, dass die Gema bei Diskos und Clubs nach Öffnungstagen, Größe und Eintrittsgeldern berechnet und hier ergeben sich schon die ersten Probleme.

Die Gema hat nun Kenntnis davon, dass Clubs mit variablem Eintrittspreis pro Veranstaltung arbeiten. So soll zur Berechnung bei unterschiedlichen Eintrittsgeldern bei regelmäßigen Wochenöffnungstagen der Durchschnitt des wöchentlichen Eintrittsgeldes genommen werden. Allerdings verwirrt mich dies etwas, da die Gema doch gar nicht wöchentlich abrechnet, sondern mindestens monatlich. Dennoch klingt die Berechnung nach Durchschnitt schon mal besser als der höchste Eintrittspreis.

Doch die Bemessung am Eintrittspreis an sich ist eine Farce. Denn ein teuerer Eintrittspreis bedeutet nicht gleichbleibend auch mehr Gewinn für den Club. Eintrittspreise orientieren sich zu meist an den Ausgaben. Gerade wenn also Künstler mit höherer Gage auf dem Line Up stehen, Deko vorhanden ist oder VJs zum Einsatz kommen, muss der Eintrittspreis angepasst werden. Bei der Gema scheint aber mehr Eintritt auch gleich mehr Gewinn zu bedeuten. Ganz klar, dass sich hier nicht wirklich einer mit der Zusammensetzung von Eintrittsgeldern beschäftigt hat. In meinen Augen ist die Berechnung am Eintrittspreis nur ein weiteres Mittel um Mehreinnahmen zu generieren und dies ohne Rücksicht auf Verluste.

Desweiteren ist die Maßangabe der Größe von Clubs bei der Gema auch weiterhin nur in 100-qm-Schritten wiederzufinden. Außerdem wird auch weiterhin nicht die Fläche zum Tanzen und für Gäste bemessen, sondern auch alles andere. Von Wand zu Wand und somit also auch inkl. Bar oder DJ Pult  und so weiter. Ein Kritikpunkt, der schon seit Jahren existiert und erneut ignoriert wurde.

Bei der Berechnung an sich hätte man doch wenigstens Staffelungen von 50 qm Schritten ansetzen können. Selbst eine qm-genaue Rechnung pro Vertrag mit dem Club wäre machbar gewesen, aber eben auch etwas mehr Arbeit. Vielleicht ist die Mathematik im Jahre 2013 aber noch nicht soweit, jedenfalls bei der Gema. Denn jeder Laden der nur ein paar wenige qm über dem 100er-Schritt ist, rutscht somit in die nächst höhere Kategorie und dies kann richtig teuer werden, wie ich an späteren Rechenbespielen zeigen werde. Das ist, gelinde gesagt, unfair und benachteiligend ohne Ende.

Die neue Tarifgestaltung wurde ja auch immer mit dem Hinblick auf Vereinfachung beworben. Doch diese Art der Vereinfachung birgt weiterhin zu viele unfaire Verhältnismäßigkeiten. Doch der Gema dürfte dies egal sein, denn der Ton, der hier immer mitschwingt, ist und bleibt, mehr und mehr Geld einzunehmen. Der miese Unterton, der dabei aber schon immer dabei einhergeht, ist nun mal, dass dieses Geld nicht die richtigen Künstler bekommen.

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Eure ToFa


   Tim
14.12.2013 - 17:51:13  

Was bei der Abrechnung nach Veranstaltungstagen doch viel schlimmer ist.
Das ganze wird auf die kulturelle Vielfalt gehen. Denn Betreiber werden sich jetzt 10 mal überlegen ob sie neue Projekte oder Nieschenmusik versuchen umzusetzen und die hohen GEMA KOsten zu riskieren...

totaler humbug das Ganze...
    


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