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Der Sync-Button mixt nicht!!!
The Diary | 14.01.2014 - 16:07:49
Der ewige Kampf analog vs digital
Seite 1: Der ewige Kampf

Immer wieder machen Texte und Postings zum Thema “Vinyl vs. Digital” die Runde. Zuletzt hatte sogar Gordon von den Discoboys einen solchen Text verfasst und per Mail versendet. Auch anderen Orts kommen die Themen “Vinyl- und Digital-DJs” immer mal wieder auf und dann beginnt die selbe alte Leier zum Thema “Untergang der DJ-Kultur durch den Sync-Button” und “das Können oder eben Nichtkönnen” von Acts oder Möchtegern-Acts.

Gerade in den sozialen Netzwerken werden solche Texte und Posting schnell von Usern aufgeschnappt, kommentiert und verbreitet. Dabei kommt gerade aus den Reihen alteingesessener Vinyl-DJs meist sehr positives Feedback, wenn gegen die Digital DJs geschossen wird. Doch diese endlosen Diskussionen werden nun schon seit Jahren zwischen den Fraktionen ausgefochten. Oft wird hier allerdings sehr oberflächlich debattiert und Emotionen bestimmen die Kommentare und Reaktionen. Es scheint, als ginge es um Leben und Tod, nicht um eine sachliche Diskussion um Technik und Handwerk an sich.

Ich kenne als Künstler beide Seiten und bin bekanntlich ja schon lange in der Szene aktiv. Ich war 16 Jahre lang mit Vinyl an den Decks unterwegs und habe es mir ohne fremde Hilfe beigebracht. Die CD habe ich gekonnt ignoriert und bin nach langen Überlegungen und diversen und wiederholten Sofwaretests 2009 beim digitalen Auflegen gelandet. Die neuen Möglichkeiten der Technik haben in mir eine neue Art der Kreativität entfacht, die mir gegen Ende der Vinyl-Zeit irgendwie gefehlt hat.

Jede Änderung bedeutet, von alten Gewohnheiten loszulassen und sich auf Neues einzulassen. Das, was gewohnt und zur Routine geworden ist, wird durch neue Techniken, andere Geräte, anderes Handwerk zu einer Art Spielplatz - man testet, versucht, probiert - und es macht Spaß und lässt Neues entstehen, das doch irgendwie gewohnt wirkt. Denn die Liebe zur Musik bleibt - nach wie vor.

Es gibt daher eben auch Dinge, die man ruhig positiv betrachten kann und darf und natürlich haben die Kritiker mit einigen Dingen recht, so auch Gordon zum Teil in seinem Text.

Sicher gibt es (zu) viele Blender und auch  viele überbezahlte Individuen, die sich im Mainstream festgesetzt haben und den “Berufsstand Deejay” und seine Tätigkeit ad Absurdum führen, weil nur noch eine Hülle von dessen präsentiert wird.  Auch gibt es die vielen kleinen Möchtegerne, die um jeden Preis mit den großen Hunden pinkeln wollen und sich entsprechend verhalten… doch diese Leute gab es auch schon, bevor der Laptop am DJ-Pult Einzug hielt. Mir sind genug von diesen begegnet. Es ist also kein neuartiges Phänomen, sondern seit den 90s präsent, als an digitales Auflegen noch nicht mal zu denken war.

Natürlich gibt es Acts, die sich dank der Technik nicht sonderlich anstrengen oder Ihre Performance zum Teil faken. Natürlich erleichtert die Technik einiges, was früher schwer erlernt werden musste - doch auch damals fiel es einigen leichter, anderen schwerer. Das war schon immer so. Heute wird gerne pauschalisiert, mit dem Finger auf andere gezeigt und deren Arbeit mit Kommentaren wie “damals war das noch Handwerk” abgetan. Vor allem aber hat heute jeder zu jedem und allem dank Internet eine Meinung. Doch vieles ist mir davon viel zu plakativ, wenn mit dem Finger auf die Technik gezeigt und ihr alles Böse angelastet wird.

Doch bevor ich darauf eingehe und das Thema etwas intensiver betrachten werde, möchte ich kurz und pregnant an die verschiedenen Fraktion etwas los werden.

  1. An Euch Vinyldeejays, und damit meine ich explizit nur die, welche sich überheblich hinstellen, in dem Glauben etwas Besseres zu sein und gegen Alles und Jeden schießen, der digital spielt. Ihr kotzt mich an! Denn Ihr gehört zu dem Teil der Vinylfraktion, der glaubt als “Künstler” den Anderen so überlegen zu sein, dass die Arroganz und Verachtung schon anfängt zu stinken, mit der Ihr allen Digital-Deejays entgegentretet.
     
  2. Ihr Veranstalter, die Ihr ohne Sinn und Verstand in der Vergangenheit die Line Ups nach Billigpreisen zusammengestellt habt, anstatt nach Qualität der Musik und DJ-Performance zu schauen. Ihr seid verantwortlich dafür, dass vor allem dem digitalen Auflegen der Untergang der Club und DJ-Kultur angelastet wird. Ihr seid Schuld, weil Ihr jeden Auflegegeilen, der sogar selbst gezahlt hätte, nur damit er spielen durfte, den Vorzug gegeben habt, anstatt auf gewisse musikalische und technische Qualitäten zu achten.
     
  3. Ihr ganzen auflegegeilen Digital-DJs, die Ihr Euch zwar ein teures Macbook angeschafft, nun aber aus Youtube die Tracks in beschissener Qualität runtersaugt, anstatt im Onlinestore zu zahlen. Ihr könnt in Euren Wohnzimmern bleiben, denn Ihr habt den Kreislauf von Qualität und Symbiose zwischen Deejays, Produzenten und Publikum nicht verstanden. Ihr seid somit keine Runde weiter. Erspart uns Euern Soundmatsch.
     
  4. Und Ihr ewigen Nörgler, die Ihr noch nicht mal selber am Mixer standet und dennoch über den Sync-Button herzieht ohne zu wissen, was jemand da wirklich macht, wenn er mit Controller und Laptop spielt.. Am Ende zählt die Auswahl der Musik, der Setaufbau und die DJ-Perfomance. Dies trifft auf Vinyl-, CD- und Digital-Djs zu.

Soviel in Kurzform.

Ich selbst habe  z.B. auch schon richtig böse Postings von einem über Facebook befreundetem (jetzt nicht mehr :D) DJ auf meiner Fanpage erhalten, die weit unter der Gürtellinie waren. Doch bei soviel Kleingeist stehe ich drüber, denn mit 16 Jahren Vinyl muss ich niemandem mehr beweisen, dass ich mit dem schwarzen Gold umgehen kann.

Zudem bin ich ein Voll-Nerd, der schon als Kind mit 12 Jahren auf Commodore Computer programmierte und darauf auch seine spätere beruflich Laufbahn einschlug. Somit bin ich mehr als dafür prädestiniert mit einem Rechner am Deck zu stehen und dessen Möglichkeiten zu nutzen. Der Schritt von Vinyl auf Digital war für mich wichtig, weil ich mich irgendwann mit Vinyl kreativ unterfordert und eingeschränkt gefühlt habe. Im Digitalen habe ich neue kreative Impulse und Energien finden können, die ich bis heute bei jedem Set aufs Neue verspüre, da ich mit Musik viel vielseitiger umgehen kann.

Gordon schrieb in seinem Text, man überlege wieder auf Vinyl umzusteigen, um so die Spreu vom Weizen zu trennen. Wenn sich die Discoboys dafür entscheiden, oder wer auch immer sich entscheiden sollte, wieder auf Vinyl umzusteigen, es wird der Sache dennoch nicht viel nützen. Die Mechanismen der Szene, dessen Publikum contra Marktwirtschaft arbeitet, haben nicht diese Entscheidung, ob Vinyl oder Digital, zu verantworten.

Sicher war früher ganz klar, dass ein DJ nur mit Vinyl oder CD spielt und er es in jedem Fall technisch / handwerklich, wie auch musikalisch auf den Kasten haben muss. Nur so konnte er beim Publikum bestehen. Genau das ist der Punkt. Das Publikum entscheidet! Auch wenn dieses vom Handwerk eines DJs keinen blassen Dunst hat. Mag sein, dass die Vielzahl an digitalen Möglichkeiten Musik zu präsentieren, von handwerklich anspruchsvoll bis zum größten Blendertum alles beherbergen kann. Am Ende entscheidet das Publikum. Manchmal “zum Glück” und manchmal eben oft auch “leider”.

Der Meinungskrieg “Vinyl vs Digital” ist bei den DJs seit Jahren am brennen und dies obwohl digitales Auflegen seit nun mehr als 10 Jahren existiert. Meiner Meinung nach könnte man dies zum Teil als eine Art Generationskonflikt ansehen. Doch dieser wird nur zum Teil vom Alter der Künstler bestimmt. Viel mehr geht es um deren Affinität zur Technik, denn es gibt genug Acts, die wie ich nach zig Jahren auf digital umgesattelt haben. Und es gibt ebenso viele, die dies vehement verweigern. Oft auch schon mal, weil sie mit Computern generell nicht viel Hut haben. Dies nimmt in Interviews dann auch schon mal seltsame Züge an, wenn mit Unkenntnis gegen die Technik geschossen wird.

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Eure ToFa


   JIM BOB
18.01.2014 - 19:34:57  

alles schön gut mit dem sync.
aber die wahre kunst beim mixen, worum es geht, ist
selbstständig erstmal die beinen scheiben auf das gleiche tempo
zu pitchen. das sollte jeder dj können, bevor er sich dj nennt.
das ist genau das, was ein guten dj erst ausmacht. dazu nicht zu vergessen,
das saubere abbremsen oder nachdrehen. das alles so, das es niemand mitbekommt.
wenn man das drauf hat, ist der übergang schon längst im kasten.
um genauer zu werden. die vorarbeit für ein sauberen übergang, darum geht es beim ganzem thema. das nennt man dj !!!
ein sauberes set mit sync kann jeder. mein sohn hat mit 16 jahren ohne stundenlanges üben, ein set vom feinstem gemixt.
hier ist der beweis:
http://www.official.fm/tracks/S7MT

und das set hat er nach einer halben std equipment checken so recordet.
und wenn ich das selber so bewiesen bekommen hab, weis ich das es jeder kann
wenn er es will. da es jeder heut zutage kann, wunder ich mich immer mehr, über "alice im wunderland" gagen, die ein club für manche sync acts.

ich bin für den DJ FÜHRERSCHEIN.
da muss jeder erst mal alles ohne sync seine prüfung machen. wer bestanden hat, kann dann auch den sync benutzen, ohne belächelt zu werden. so wird auch der verloren gegangene respekt unter kollengen wieder da sein.
dann ist das thema sync nur noch eine kleine erinnerung über eine sehr lange diskusion.
ich persönlich würde dann auch den sync ganz anders entgegen sehn.
Homepage    

   Grille
20.01.2014 - 14:33:55  

Hey Jim Bob

"ein sauberes set mit sync kann jeder. " ist eben nicht so und ist auch in meinem Artikel mit aufgeführt. Es reicht eben nicht den Sync-Button zu nutzen, um sich das Beatmatching perfekt zu machen. Erst das "Nach-Pitchen" damit Frequenzen sich nicht gegenseitig aufressen und der Kick auch richtig sitzt, machen es erst perfekt. Dass was man am Plattenteller mit abbremsen oder reindrehen inkl. anpassen des Pitchs macht, dies muss man, wenn man es "richtig und perfekt" machen will auch mit Traktor und Co. Da führt kein Weg vorbei.

Erst wenn dies manuell nachjustiert wird, sitzt es meist erst richtig. Klar trifft eine gewisser Prozentsatz gleich ins schwarze, weil die Tracks vielleicht ähnlich sind, eventuell auch wegen guter Vorarbeit beim "Grid", doch oft bedarf es eben dieser Nacharbeit. Und dies unterscheidet einen Möchtegern-DJ und einen echten DJ.

Ich bezweifle, dass Dein Sohn diese Technik verinnerlicht hat, ich konnte jedenfalls im Mix einige Stellen entdecken, die ich nachjustiert hätte.

Aber ich hab ja bereits mehrfach ausggeführt, dass der Syncbutton alleine noch keinen echten guten DJ macht und dazu auch Trackauswahl, Aufbau und Perfomance zählen. Doch dieses hast Du in deiner Ausführung irgendwie (absichtlich) übersehen und somit die Disskusion wieder auf das Reduziert, was ich anprangere. Schade.
User Profil Homepage    

   Clemens Bayer
21.01.2014 - 09:17:51  

Hi,

sehr guter Artikel, und sehr gut geschrieben noch dazu.
Deinen Ausführungen ist nichts mehr hinzuzufügen.

Gruß
Clemens
    

   Sarah
21.01.2014 - 20:57:29  

Hammer!!!! Da hast du die richtigen Worte gefunden... Respekt :) = Normaler Smile
    

   BENDER
21.05.2014 - 11:58:55  

den richtige track zur richtigen zeit wählt nicht die sync-taste aus - sie erkennt auch nicht was der dance floor braucht - an der stelle ist der nenner zwischen vinyl & digital/sync. wenn interessiert der rest...?

p+l+u
save the vinyl :-) = Normaler Smile
    

   bender
23.05.2014 - 11:30:12  

that´s it!
mehr muß man nicht sagen:
4.Und Ihr ewigen Nörgler, die Ihr noch nicht mal selber am Mixer standet und dennoch über den Sync-Button herzieht ohne zu wissen, was jemand da wirklich macht, wenn er mit Controller und Laptop spielt.. Am Ende zählt die Auswahl der Musik, der Setaufbau und die DJ-Perfomance. Dies trifft auf Vinyl-, CD- und Digital-Djs zu.
l+p+u
save the vinyl
    


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