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Drei Djs, eine Party, ein Interview...
Interviews | 07.05.2007 - 21:58:48
... Roland Casper, WolleXDP und Good Groove
Seite 1: Drei Djs, eine Party, ein Interview...
Am 26. Mai 2007 lädt das Omen Memorial Forum bereits zum 5. Mal zur Technoclassics ins Tanzhaus West ein. An diesem Abend werden dann erneut die verschiedensten Generationen von Publikum, wie auch Künstlern und Vertreter der elektronischen Musikszene aufeinander treffen und zusammen eine unvergessliche Nacht voller Harmonie und Euphorie erleben. Dass es dieses Mal auch wieder so sein wird, daran besteht kein Zweifel, denn diese Party hat sich mittlerweile zum echten Geheimtipp und Dauerbrenner entwickelt. So kommt zum letztmaligen zusätzlichen Anbau der Cantina diesmal nun auch noch eine Chill Out-Zone hinzu und macht das Feeling längst vergangener Tage komplett.

Das Line Up verspricht auch diesmal wieder Abwechslung und Vielseitigkeit pur. So versprühen auch die Headliner eine ungeahnte Kreativität. Berlin, Köln, Frankfurt. Wolle XDP, Roland Casper und Good Groove. Für Szenekenner sind diese 3 Urgesteine der Technoszene seit den Anfängen längst ein Begriff, doch dem jungen wissbegierigen Publikum schweben vielleicht die einen oder anderen Fragezeichen über dem Kopf. Aus diesem Grund wollen wir mit den Drei in einem Interview ein wenig über die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft sprechen, bevor sie uns am 26. Mai musikalisch beglücken werden.

Grille: Hallo Jungs, schön das Ihr Euch die Zeit nehmt für dieses Interview. Da wir als Internet E-Magazin auch viel junges Publikum ansprechen und auch auf der Classics wieder viel junges und neugieriges Publikum erwartet wird, stellt Euch doch erst einmal kurz vor und was Eure Charakteristika in der Szene sind… also womit man Euch am ehesten z.B. in Verbindung bringt in der Szene. Denn durch Eure Leidenschaft zur elektronischen Musik seid Ihr in vielerlei Hinsicht aktiv gewesen und habt Euch euren Namen gemacht. Vielleicht könnt ihr kurz mal die wichtigsten Sachen überfliegen und gerade unseren jungen Lesern näher bringen, wo Ihr alles eure Finger mit im Spiel hattet bzw. habt.

Wolle XDP: Ich habe irgendwann mal die ersten Raves in Deutschland veranstaltet. Für unseren neuen Techno erfanden wir den Begriff „Tekkno“ und konnten diesen sogar europaweit durchsetzen. Später inszenierte ich die ersten Tranceparties mit Paul van Dyk. Der Bunker mit seinem Gabbersound geht ebenso auf mein Konto, wie das 94er Detroit-Chicago-Revival im Tresor. Danach lud ich mir die ersten Pariser French-House-DJs auf meine Partys, etwas später verspürte ich wieder Lust auf Breakdancemusik und forcierte das 80iger Electro-Revival in meinem Discountclub. Als dieser Club der eifrigen Berliner Neustadtplanung zum Opfer fiel, machte ich aus Wut darüber bei der Fuckparade mit. Nach heftigen Auseinandersetzungen folgte mir der Grossteil der Berliner Szene und die No-Spirit-Loveparade war plötzlich out. Mit dem Verbot der Fuckparade 2002 verlor ich dann jedoch die Lust, mich ständig nur aufzurauchen. Seitdem trete ich etwas kürzer und versuche nur noch äußerst selten die Technowelt grundlegend zu verändern… Deshalb trifft man mich vor allem auf den Partys, die wirklich Spaß versprechen, wie zum Beispiel die Omenclassix.

Roland Casper: Nach meinen Anfängen im legendären „Rave Club“ und „Space Club“ war ich Resident im Kölner „Warehouse“ was heute noch viele mit meinem Namen verbinden. Dort durfte ich ab 1992 mit den bekanntesten DJs aus der Szene spielen. Außerdem betrieb ich ab 1996 das Label Essence auf dem ich neuen Künstlern des deutschen Techno-House und Acid-Undergrounds ein Forum bot. Neben den 13 Vinyl Maxis erhielt vor allem auch die „Psycho-Thrill“ Compilation viel Lob von der Presse.

Good Groove: Ich denke, dass mein Name durchaus für funky Techno steht und damit meine ich auch sämtliche Spielarten wie Elektro, House, Minimal, Tech-house etc. egal ob hart oder clicky – grooven muss es schon, sonst macht’s mir beim Auflegen keinen Spaß und als Dj sollte man schon das transportieren, was man selber gut findet. Was meine Labels Frisbee & multiColor betrifft, ist es wohl ähnlich.

Grille: Ihr habt ja nun alle die Anfänge der Szene und ihre Entwicklung miterlebt. Hattet Ihr ein einschlagendes Erlebnisse, wo Euch bewusst wurde, dass Ihr Eure Musik und Szene gefunden habt? Für mich war es 1992 in der Frankfurter Musik Hall, als ich zu ersten Mal „Age of Love“ hörte und mit Gänsehaut auf der Tanzfläche stand. Wie war das bei Euch?

Wolle XDP: Anfang 89 schaltete ein DJ in meiner Stammdisco das Licht aus und lies stattdessen nur noch 2 Strobos blitzen. Dazu lief ein Acidmix. Nach 5 Minuten war ich in Trance und wusste, das ist es! Das wollte ich allen Menschen erfahrbar machen…

Roland Casper: Bei mir war es eher eine fließende Entwicklung über verschiedene Musikstile zu Techno. Angefangen habe ich Funk und Disco in Clubs zu hören. Von da aus ging es zu House (1986) über. Ich selber habe anfangs House in Clubs aufgelegt (1988).

Good Groove: Es war so um 1991 als mir das klar wurde, dass dieser Sound meine Zukunft bedeuten würde. Vor den Technozeiten waren ja alle Djs mehr oder weniger *Gemischtwarenhändler* (und das möchte ich unbedingt positiv bewerten) und so habe auch ich Techno zunächst als einen weiteren vergänglichen Trend eingestuft, der mit ein paar Platten Teil meines Sets war, zumal mir Ende der 80er viele von den harten monotonen belgischen Sachen nicht sexy genug waren, gleiches gilt für die englische Acid-House-Welle. Aber als dann 91 und 92 auch erste deutsche Produktionen plötzlich richtungweisend wurden, war mir klar was da grad am kommen ist, der erste Besuch im Omen 1992 hat mir dann bewusst gemacht, dass ich schnellstmöglich München verlassen sollte...

Grille: Könnt Ihr Euch noch erinnern, was Euch genau damals zu dieser Zeit so fasziniert hat an der Musik und Szene?

Wolle XDP: Zuerst einmal fand ich Discos und das dortige Getue plötzlich ziemlich Scheisse. Ich fragte mich, warum man das, was stört nicht einfach weglassen könnte und dafür das, was die Trance erzeugte, einfach potenzierte? Das schrieb` ich als Konzept auf Papier und gründete das XDP (X-tasy Dance Project).

Roland Casper: Mich faszinierte vor allem die Stimmung auf den Partys. Techno ist für mich die beste Tanzmusik.

Good Groove: Es gibt ja viel gute Musik und ich höre auch nach wie vor nicht-elektronische Musik, denn im Grunde gibt es für mich nur gute oder schlechte Musik. Ich kann auch bei Pop oder Rock Gänsehaut kriegen (übrigens wohl einer der Hauptgründe weshalb ich Musik zu meinem Beruf gemacht habe – aber wer weiß, vielleicht kriegen ja auch Börsianer ne Gänsehaut wenn sie ihre nächste Mio. einfahren...:-) aber um beim Thema zu bleiben: das Psychedelische der Sequenzen zusammen mit den beatbetonten Grooves auf Anlagen wie im Dorian Gray und dem Omen zu hören war ja schon nüchtern ein Psychopharmakum. Dazu dann noch diese vielen glücklichen und vor allem friedvollen Leute, die alle irgendwie Dankbarkeit dafür verbunden hat, diesen Moment miterleben zu dürfen, hat gerade in der Anfangszeit das gewisse Etwas bedeutet, das diese Szene von allen anderen deutlich unterschied. Und eben dadurch kam auch der *we are one family*-spirit auf, der heute leider rar geworden ist.

Grille: Ihr kommt ja nun aus den verschiedensten Gebieten. Gerade die Metropolen Berlin und Frankfurt haben in den 90ziger ja immer für einen ganz speziellen Sound gestanden. Welche Einflüsse waren es denn, die Euch vor allem künstlerisch inspiriert haben? Für mich hier in Frankfurt waren es ja ganz klar der Sound eines Omen oder Dorian Gray mit Einflüssen von Labels wie Logic Rec., Overdrive, Harthouse, oder Eye Q. Bei den beiden letzteren Labels hast Du, Good Groove, ja viel bewegt. Obwohl Du eigentlich ursprünglich aus München kommst bist Du hier in hessische Gefilde abgewandert.

Good Groove: Ja, wie schon bereits angedeutet, war München technomäßig noch zu sehr in den Kinderschuhen. Ich will da weißgott kein Nestbeschmutzer sein aber es dürfte allen klar sein, dass (wie man so schön sagt) die Musik in Frankfurt und Berlin gespielt hat und nirgendwo anders. Daher habe ich Sven auch gesagt, nachdem er 92 mein gemeinsames Projekt mit Tommi Eckart namens PULSE für Harthouse gesignt hatte, dass ich startklar bin nach Frankfurt zu kommen. Im Sommer 93 war es dann soweit und klar haben mich auch das Omen, Sven und Harthouse aber auch MFS, Tresor, E-Werk und vor allem Basic Channel in Deutschland musikalisch beeinflusst aber natürlich auch Detroit, Chicago und Belgien. Es war natürlich großartig für die beiden Frankfurter Labels zu arbeiten und sie auch eine Spur mitzuprägen...

Wolle XDP: Musiktheorie ist mir eigentlich fast egal. Interessieren tut mich, was man zu dieser Musik macht und danach das, was man in der Musik fühlen kann. Mit „Machen“ meine ich „Mitmachen“, also Tanzen und nicht Zuschauen. Zuschauen ist für mich Rock`n`Roll und das ist gestrig. Deshalb ist eine Party, wo alle Leute auf eine Bühne schauen keine Techno – egal welche Musik von der Bühne kommt. Man kann die Musik behelfsweise in verschiedene Styles kategorisieren. Doch wer diese Schubladen zu ernst nimmt, sollte lieber Botaniker oder so was werden. Abwechselung rulez! Ich habe in Kölner Houseclubs mit einem Mix aus Minimal, Electrofunk und Rotterdamplatten gerockt oder richtig krasse Schranzhöllen mit „I feel love“ zur Explosion gebracht. Doch auch das ist für mich kein Dogma, sondern passiert oder auch nicht. Spaß soll es machen!

Roland Casper: Als DJ habe ich mich immer auf meinen Geschmack verlassen. Als Produzent haben mich aber schon immer amerikanische Produktionen beeinflusst.

Grille: Am 26.Mai wird ja nun primär altes Material auf den Plattentellern gewünscht. Werden wir dann vielleicht auch gerade diese Einflüsse von Euch zu hören bekommen, oder auf was kann sich der Partygänger an diesem Abend von Euch freuen? Ich weiß z.B., dass sehr viele auf den Kölner Sound gespannt sind.

Roland Casper: Es wird „Kölner Sound“ geben, aber nicht nach der heutigen Definition. Ich weiß noch nicht genau was ich mitnehmen werde, aber es wird genug sein, um variieren zu können.

Good Groove: Den Kölner Sound überlasse ich weitestgehend natürlich dem Roland aber ich werde auf alles zurückgreifen was mich zur Omen-Zeit bewegt hat. Mein Umzug nach Berlin ließ mich eben wieder auf einige Scheiben stoßen, die ich längst aus den Augen verloren hatte, z.B. weil sie hinter den Schrank gefallen waren... 

Wolle XDP: Meinen Sound nenne ich selbst „Maximal“. Das Schöne an Classicpartys ist, dass das Publikum oft sehr gemischt ist. Leute die auf solche Partys gehen, haben sehr hohe Erwartungen. Denn das ist nicht wie der wöchentliche Trott in immer den gleichen Club mit immer den gleichen Leuten. Deshalb sind die Leute meistens wirklich partywillig. Das fordert den DJ und bringt gleichzeitig viele musikalische und energetische Freiräume. Wenn der DJ diese erkennt und richtig nutzt, erzeugt das die totale Abfahrt. Das liebe ich und war wohl auch ein Grund, warum ich für diese Party gebucht wurde. Die Crowd bekommt von mir das, was sie verdient. Macht Euch also auf was gefasst!

Grille: Habt Ihr überhaupt schon eine Vorstellung davon was Euch am 26. Mai auf der Omenforum Technoclassics erwarten wird? Habt Ihr von der Veranstaltung in Berlin oder Köln was mitbekommen oder gar deren Entwicklung mitverfolgt? Am Besten wird da wohl Good Groove Bescheid wissen, sass er hier ja praktisch an der Quelle. Oder hat Dir, Wolle, vielleicht Tanith was erzählt, der ja das letzte Mal Headliner war?

Wolle XDP: Ja, der Tanith hat mir davon erzählt. Aber auch Bekannte aus der Frankfurter Szene haben mir bereits davon berichtet. Ich habe also alle Gründe vorfreudig zu sein 

Good Groove: Ich weiß natürlich was mich erwartet, freue mich schon und ich hoffe, dass mich diesmal keine fiebrige Magen-Darm-Verstimmung derart schwächt wie im MTW – damals hab ich leider tatsächlich Kamillentee, Milch und Wasser gebrochen und das während des Sets.!

Roland Casper: Ich habe vorher nichts davon gewusst. Ich lasse mich überraschen.

Grille: Ihr habt ja nun in all den Jahren viel erlebt und könntet sicher viel aus dem Nähkästchen plaudern. Welches Erlebnis war denn so mit eines der unvergessenen Sorte?

Wolle XDP: Meinst Du etwas in der Art, wie “ich, damals mit dem Sven…“? - Oder Groupiegeschichten? Spezielle Abstürze? - da gibt es nach dieser langen Zeit ne Menge. Das „Nähkästchen“ ist eher eine große „Kiste“ und in der ist noch viel Platz für Neues. Mal sehen, was am 26.5. so für Stories dazukommen...

Roland Casper: Ich habe einige unvergessliche Partys gehabt. Und oft sind es die kleineren, die man nicht vergisst. Eine davon fand auf einem alten Kutter im Hafen von Kopenhagen statt. Sie war auf 300 Personen limitiert. Nachdem ich schon in der Nacht aufgelegt hatte, wurden gegen morgen Planken entfernt, die den Laderaum (Partyraum) abdeckten und die Party wurde innerhalb von 10 min zur Open Air Party. Ich ging morgens für einige Stunden schlafen, kehrte zur Party zurück und es schien so, als ob niemand die Party verlassen hätte. Legte noch einmal von 14.00 – 16.00 Uhr auf, und fuhr von da aus direkt zum Flughafen.

Good Groove: puh..., da gab’s Einiges ob als Dj oder Gast: im Münchner Ultraschall am alten Riemer Flughafen war eines meiner Sets wohl so heiß, dass tatsächlich eine Box zu brennen anfing. Im Tresor zur Love-Parade eine Sauerstoffarmut, dass ich während des Sets keine Zigaretten mehr anzünden konnte weil kein Feuerzeug oder Streichholz mehr ging und ich Leute zum Anzünden meiner Kippen nach draußen schicken musste. Dann konnte ich ca. 5 x dran ziehen und die Kippen gingen wieder aus... das sind ja noch erträgliche Probleme – allerdings hat im Dorian Gray eine Freundin beim Tanzen mit mir im großen Club einen Streifschuss abbekommen, es ging zum Glück glimpflich aus aber stellt euch mal vor, wir hätten uns in dem Moment etwas anders bewegt, hätte es einen von uns auch richtig erwischen können...

Grille: Die elektronische Musikszene hat sich all die Jahre oft gewandelt und es gab viele Veränderungen und Entwicklungen. Manchmal hat man aber das Gefühl, dass für Ideale, wie es sie noch Anfang der 90ziger gab, nur noch wenig Platz ist. Wie denkt Ihr über diese Entwicklungen?

Wolle XDP: Manchmal empfinde ich es als gemein, mich über die heutige Szene auszulassen. Die Leute haben natürlich auch heute ihren Spaß und Leute, die sich hinstellen und sagen: „früher war alles besser“ werden leicht als Spielverderber empfunden. Doch an dieser Stelle will ich es mal ganz deutlich sagen: „Früher war nicht alles, aber wirklich vieles viel viel besser!“ und wer mir nicht glaubt, der soll am 26.5. in die Cantina kommen und sich davon überzeugen lassen ;-)

Grille: Früher wurde ja gerne eine Art lächerlicher aufgesetzter Rivalität zwischen Berlin und Frankfurt geschürt. Vor allem die Frontpage war daran nicht unbeteiligt. Wie seht, vor allem Ihr beiden Betroffenen, dieses Thema denn heute all die Jahre danach und was dachtet Ihr damals darüber?

Good Groove: Ja, das hat mich damals auch richtig angekotzt! Zumal ich mich als Münchner auch nicht unbedingt als Frankfurter fühlte, konnte ich das noch etwas entspannter betrachten aber was sollte das denn überhaupt? Eigentlich haben wir doch gemeinsam in einem Boot gesessen und an einem Strang gezogen. Wir wollten alle die Musik und die Szene vorwärts bringen und mit guter Musik die Leute glücklich machen!! Es war keiner besser oder wichtiger – so ein Credo spielte für mich auch gar keine Rolle. Und das Ganze wurde tatsächlich von einem Magazin forciert, das ursprünglich in Hessen ansässig war mit einem hessischen Chefredakteur, der wohl in Frankfurt von der Tarantel gestochen wurde und dann aus Berlin anfing zurückzuschießen.... anfangs haben sich bei Eye-Q natürlich alle geärgert über jede schlechte Plattenkritik, irgendwann waren wir aber dann darüber erhaben, denn der weltweite Zuspruch für den Frankfurter Sound machte Berliner Polemik eines Tages irrelevant...

Wolle XDP: Wirklich ernst zu nehmen war dieser Streit Anfang der 90iger. Damals ging es um das grundsätzliche Verständnis von Techno. Dieser Streit wurde exemplarisch im damals wichtigsten Technomagazins, der Frontpage geführt. Das Magazin hatte den Status einer Bibel - was da drinnen stand war Techno und basta! Dieses Magazin wurde vom Technoclub Frankfurt herausgegeben. Dieser hatte jedoch mit dem heutigen Verständnis von Techno relativ wenig zu tun. Denn dabei ging es weniger um Tanzmusik, sondern eher um elektronischen Indierock (Wave+Industrial), EBM und Synthiepop (Depeche Mode etc.). Die Berliner verstanden hingegen unter Techno eine radikal-elektronische Weiterentwicklung von Tanzmusik in der Tradition von House, Acid und härterer Discomusik (wir nannten diesen Sound zur besseren Unterscheidung damals Tekkno). Für die Frankfurter war dieser „Berliner Techno“ damals fast so eine Art schwule Discomusik. Für die Berliner hingegen war Frankfurttechno Gruftimusik. Dieser Richtungsstreit endete damit, dass Jürgen Laarman als Chefredakteur mit der Frontpage nach Berlin umzog und sich der Technoclub um Talla2XLC fortan von dessen Inhalten distanzierte... Der Technoclub verlor danach auch in Frankfurt schnell an Bedeutung für unsere Szene. Fortan dominierten Sven Väth und das Omen das Frankfurter Technogeschehen. Dieser Frankfurttechno war dann vor allem Trance, während Berlin eher für die Chicago/Detroit-Technovariante stand. Doch diese regionalen Feinheiten kann man kaum als ernsthaft bezeichnen. Denn zu Chicago/Detroit feierte man natürlich auch in Frankfurt (z.B. Ata) und Trancegott Paul van Dyk ist ein Berliner und befreundet sind wir ehh alle miteinander..

Grille: Der Frankfurter Raum hat sich ja in den letzten Jahren wieder zum Trendsetter entwickelt. Gerade die Minimalphase, Techhouse und Handtaschenhouse entwickelte sich hier stark. Nebenbei zeichnete sich auch die Entwicklung ab, dass immer mehr Schicki Micki, Gesehen und Gesehen werden angesagt ist. Sind diese Trends auch in Köln und Berlin spürbar und wie denkt Ihr darüber?

Wolle XDP: Wirkliches Trendsetting kann ich eigentlich nirgendwo entdecken. Neue Drogen (GHB) und deren gruseligen Auswirkungen sind die ziemlich einzigen Veränderungen, die als Trend unübersehbar sind. Handbaghouse zähle ich genauso wenig zur Szene, wie 80iger Partys. Die Technoszene in Berlin wurde früher stark von Leuten aus dem Punk- und Hausbesetzermillieu dominiert. Viele Partys der Anfangszeit waren illegal oder waren gar eine Art Hausbesetzung. Äußerlichkeiten waren hier deshalb total egal. Unbeliebt waren nur die Leute, die das nicht begriffen und deshalb versuchten mit Statussymbolen zu punkten. Solche Leute scheiterten früher deshalb bereits an der Tür… Das hat sich stark geändert. Bis auf das Berghain sind die meisten Techno/Houseläden für mich fast schon Dissen (ein Schimpfwort für Discos).

Roland Casper: Ich war schon immer der Meinung, das es egal ist wer im Club ist...solange sie auf die Musik abfahren.

Grille: … und wie siehst Du diese Entwicklung hier in Frankfurt speziell, Good Groove?

Good Groove: Vom Handtaschenhouse bekam ich zum Glück nicht viel mit obwohl ich in etwa weiß, in welchen Clubs er lief aber was die anderen Styles betrifft, denke ich eigentlich, dass das nicht mehr so auf Regionen fokussiert ist wie es Anfang der 90er war, denn Tech-House und Minimal kommen zweifelsohne auch aus Köln, Stuttgart, Leipzig, München etc. und das sag ich jetzt nicht weil ich gerade Frankfurt Richtung Berlin verlassen habe...

Grille: Wie seht Ihr denn ganz allgemein die Entwicklung der elektronischen Musik momentan? Manchmal hat man ja das Gefühl dass jeder etwas erfolgreiche Trend bis zum geht-nicht-mehr ausgeschlachtet wird, aber Innovationen ausbleiben. Good Groove, gerade Du als Labelbetreiber sitzt doch da genau zwischen den Stühlen oder?

Good Groove: Klar wird das immer schwieriger Neues zu machen, denn es gibt ja schon fast alles. Aber solche Probleme gibt es auf allen Ebenen: beispielsweise fliegen wir seit fast 40 Jahren zum Mond und sonst wohin aber sind dennoch nicht in der Lage Krebs oder Aids zu heilen. Dagegen ist bei aller Mühe noch kein Kraut gewachsen und man muss einfach konsequent weiter arbeiten, kommt mal schneller und mal schleppender voran und das gilt eben auch für die Musik und zwar für alle Genres, oder hat einer von euch in den letzten 3 oder 4 Jahren von einem Meilenstein in Pop, Klassik, Rock, Reggae oder Jazz gehört?

Minimaltechno hat in Loop-Techno geendet und weniger ging eben nicht mehr als ein Brett zu machen, das nur von einer Umdrehung und ca. einem Takt lebt. Das haben dann auch alle eingesehen und Schwupps wurden wir wieder etwas langsamer und harmonischer und forschen auf anderen Ebenen weiter....

Wolle XDP: Es geht kaum um mehr um Musik. Es geht nicht mal mehr ums Tanzen. Wir sind eigentlich am Ausgangspunkt zurückgekehrt. Die „nächtlichen Schankgaststätten mit Musikuntermalung" hießen früher Discos. Heute sehen diese Orte nur etwas anders aus und bezeichnet man als „Clubs“. In den besseren Disco-Clubs hört man aus Imagegründen trendige Musik. Aber „Gesehen und Gesehen werden“ und der Gastroumsatz sind wichtiger als jede Abfahrt. Dabei bin ich immer noch nicht müde!

Roland Casper: Ist immer so, und war immer so. Es wird aber auch immer weitergehen. Oft sieht man es nicht gleich, aber es gibt und gab zu jeder Zeit innovative Musik im elektronischen Bereich.

Grille: Wo meint Ihr geht es die nächsten Jahre musikalisch hin? Habt Ihr Vorstellungen?

Roland Casper: Nö. Bisher habe ich immer etwas gefunden, das mir gefiel.

Wolle XDP: Vor mehr als einem Jahr habe ich in einem Technoforum aus Frust über meine Erlebnisse auf einer dieser megagehypten Minuspartys die sehr kritisch formulierte Frage gestellt: „Was kommt nach minimal?“ Damit hatte ich nicht nur ein Tabu gebrochen, sondern wohl auch vielen Leuten aus der Seele gesprochen. Jedenfalls wurde dieser Forumsbeitrag danach ohne mein Zutun in verschiedene andere Foren kopiert und löste eine deutschlandweite Diskussion über die derzeitige elektronische Musikkultur aus. Seitdem ist „Minimal“ fast schon ein Schimpfwort geworden und ich beobachte mit Freude tatsächlich ein paar positive Veränderungen… Dennoch muss ich anmerken: „Ich habe nichts gegen Minimal, aber Maximal ist mir eben lieber!“ ;-)

Good Groove: Wie gesagt, wir arbeiten konsequent weiter und werden sehen was dabei rumkommt – vielleicht passiert ja doch noch ein musikalischer Quantensprung, möglicherweise zufällig und versehentlich so wie Albert Hofmann, der LSD entdeckte...?

Grille: …und was steht in nächster Zeit so Alles bei Euch an? Irgendwelche besonderen Projekte vielleicht?

Wolle XDP: Technomässig sind die Omenclassic für mich schon was Besonderes. Ausserdem plane ich wieder ein paar Acid-Partys und endlich mal wieder ein kleineres Openair.

Roland Casper: Ich werde demnächst mein seit Jahren ruhendes Label Essence wiederbeleben.

Good Groove: Ich habe gerade meine kommende Single *smile !* ins Presswerk geschickt, die Anfang Juni auf multiColor erscheint. Wenn ich dann mal alle Umzugskisten ausgepackt habe, werde ich ganz entspannt weiter am Album arbeiten, welches dann hoffentlich im nächsten Jahr fertig sein wird - sofern mir die Labelarbeit dafür Zeit lässt.

Grille: Was habt Ihr neben Eurer Musik noch für Leidenschaften und Hobbys? Von Dir Wolle weiss ich, dass Du noch ein sehr spannendes anderes Hobby hast. Erzähl mal.

Wolle XDP: Du meinst sicher meinen Extremsport? Ja ich bin einer, der viel Zeit damit verbringt „nicht zu atmen“. Meistens mache ich das im Wasser und versuche dabei auch noch möglichst tief zu tauchen. Das ganze nennt sich Apnoe und mein Zeitrekord sind 8´11min und in der Tiefe 83m. Wer immer noch glaubt, dass Technofeiern kaputt macht, dem sei hiermit gesagt, dass ich trotz meiner 15 Jahre intensiven Feierns in diesem Sport immer noch zu den Weltbesten zähle. Was kann also daran ungesund sein?

Grille: ..und wie ist es mit Euch Beiden. Womit verbringt Ihr so Eure Freitzeit?

Roland Casper: 2 Kinder.

Good Groove: Badminton, Backgammon und natürlich Fußball und gut Essen...

Grille: Ich habe, während ich dieses Interview ausgearbeitete habe, im Omenforum um weitere Ideen der User gebeten. Die eine oder andere Frage will ich zum Schluss noch mal an Euch weiterleiten.

Wie sieht für Euch ein perfektes Wochenende aus?

Wolle XDP:
Die Vorstellungen darüber sind heute ein wenig variabel. Es gibt nicht mehr das perfekte Wochenendmodell. Doch auch heute kann Durchfeiern durchaus mal reizvoll sein.

Good Groove: Erfolgreiche Gigs auf tollen Parties zu spielen und neben der ganzen Reiserei auch noch genug Zeit für Schlafen und soziale Kontakte zu finden.

Roland Casper: Wenn alle die ganze Nacht durchtanzen.

Grille: Wolle, hast Du Deine Internetseite selber programmiert und wenn ja alles selber gelernt und beigebracht?

Wolle XDP: Ja, selbstgemacht, doch nein, nicht selbst beigebracht. Ich habe mich tatsächlich noch einmal geschult. Ich will kein Diskothekenveranstalter werden. Multimedia und Internet entwickeln sich deshalb immer mehr zum Mittelpunkt von dem, was man unter „Brötchen verdienen“ versteht.

Grille: Good Groove, wie wir ja schon gelesen haben bist Du ja gerade nach Berlin umgezogen. Wie kam dieser Entschluss?

Good Groove: Als ich 93 nach Frankfurt ging, hatte ich das als neuen Lebensabschnitt mit neuen Perspektiven angedacht und auch umgesetzt. Allerdings dachte ich, für 2 oder 3 Jahre nach Frankfurt zu ziehen – es wurden am Ende 13. Ergo stand ein Umgebungswechsel längst im Raum und private als auch geschäftliche Gründe wie der Umzug meines Studiopartners Yapacc von Frankfurt nach Berlin haben mich zu dieser Entscheidung bewogen. Das kam alles ziemlich überraschend im Herbst und war eigentlich nicht langfristig geplant. Glücklicherweise habe ich mir hier sofort ein perfektes Umfeld geschaffen und bin froh, auf zu neuen Ufern gegangen zu sein. Ich glaub als nächstes kommt dann Barcelona in 3 oder 13 Jahren oder so 

Grille: Wie kommt es eigentlich dazu, dass Ihr für diese Technoclassics zugesagt habt. Was sind Eure Ambitionen mit dabei zu sein? Wie steht ihr generell zu solchen Veranstaltungen?

Wolle XDP: Technoclassics sind wieder richtig “in“. Dabei wird diese Musik oft als Gegenteil von dem verstanden was die meisten unter „Minimal“ verstehen. Ich wiederhole mich jetzt wieder, doch für mich gibt es dieses Schubladendenken eigentlich nicht. Für mich ist es egal, wie alt oder neu eine Platte ist. Auch wenn ich nicht auf einem Classicevent spiele, ist in meiner Kiste die Hälfte der Platten Classics. Denn das Auswahlkriterium ist die Qualität. Dabei ist „Neu“ alles andere als eine Bezeichnung für „gut“ oder gar für „besser“. Das Interesse an Classicpartys rührt daher, dass es auf solchen Partys einfach mehr abgeht. Trotzdem werden natürlich auch heute viele gute Platten produziert.

Roland Casper: Ich habe schon öfter auf solchen Veranstaltungen aufgelegt. Für mich ist es immer wieder schön, die alten Platten noch einmal im Club zu hören.

Good Groove: Ich habe als Omen-Dj natürlich einen besonderen Bezug zu diesem Club, der für mich nach wie vor der geilste Techno-Schuppen ist, den es je gab. Was ich da erlebt habe, habe ich bisher nirgendwo in der Welt erlebt, in keinem Land auf keinem Kontinent und dieser Club war eben für mich ein Hauptgrund von München nach Frankfurt zu ziehen. Und es macht natürlich Spaß, konsequent alte Platten zu spielen und auch jetzt schon: nach ihnen zu suchen!

Grille: Gibt es noch etwas das Ihr unseren Lesern mitteilen möchtet?

Wolle XDP: „eins, zwei, drei jute Laune!“

Good Groove: 26.5. Pflichtermin für alle! Und checkt mal www.good-groove-music.de

Grille: Vielen Dank an Euch für dieses tolle Interview. Wir freuen uns alle Euch dann am 26.5. begrüßen zu dürfen und bis dahin alles Gute Jungs.
 

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Eure ToFa


   wollexdp
08.05.2007 - 19:01:00  

test-test-test!
ist mein kommentar wirklich der erste?

haben wir euch etwa sprachlos gemacht?

http://www.wollexdp.info
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   Grille
08.05.2007 - 19:07:51  

Die müssen das erst mal alles verdauen glaub ich .. ich kenn das... die kommen erst etwas später mit Kommentaren aus Ihren Löchern *lol* = Lachender Smilie
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   Tyler Durden
08.05.2007 - 19:31:56  

Ich finds sehr geil, und hoffe Wolle hat viel Detroit dabei! :-) = Normaler Smile
    

   Thomas
08.05.2007 - 22:27:42  

Tolles, tiefgründiges Interview zur mit Abstand besten Party in Frankfurt :-) = Normaler Smile.
Kompliment an alle Beteiligten, tolles Interview :-) = Normaler Smile
Nur noch 17 Tage bis es endlich wieder los geht.
Wolle, FFM freut sich auf dich *gut* = Sehr gut!
    

   aerok
09.05.2007 - 09:53:00  

Ja das liest sich sehr gut...

Am besten kommt die Frage "Berlin ~ Frankfurt"

Zitat: Grille: Früher wurde ja gerne eine Art lächerlicher aufgesetzter Rivalität zwischen Berlin und Frankfurt geschürt.

So etwas habe ich selbst als Landei mitbekommen als ich noch im hohen Norden lebte...fand es damals sehr schade, weil es eben nicht einen Zusammenhalt sondern ein gegen einander darstellte. Teils ist es noch heute ein wenig so. Ich lese derzeit auch viel über die Neueröffnung des Tresor in Berlin. Einige Leute haben es anscheinend noch immer nicht verstanden, dass gegeneinander nichts bringt oder eben ganz genau das Gegenteil von dem ist, was die Szene ausmacht.

So wird sich munter darüber ausgelassen, dass ein Frankfurter zum opening da ist. Anstatt einfach hinzunehmen dass es so ist, wird es teils nieder gemacht. Ich meine es gibt doch noch nachfolgende Partys in diesem Club und nicht nur an den einen Abend/Nacht/Tag. Jeder hat eben seinen Favoriten und der eine mag es lieber schnell pippig dennoch nicht zu hart (so wie ich;) = Zwinker) und andere lieben es eben doch lieber MAXIMAL ~ Minimal *g*...

Ich finde das Interview echt cool...

Und hey K., das du ein paar Platten wieder gefunden hast nach deinem Umzug nach Berlin, das hatte ich mir schon gedacht, als du deinen Kartons aus der Hanauer Landstraße abgeholt hattest *verrückt* = Verrückt! Ich möchte mich an dieser Stelle auch nochmals bei dir bedanken, dass du etwas für mich übrig hattest*!!!* = Ausrufezeichen Den einen Track, so wie auch einige andere, habe ich schon sehr sehr lange gesucht. Durch dich habe diesen und jenen endlich in meiner Sammlung archivieren können :-D = Breites Grinsen

Ich freu mich auf jeden Fall riesig darüber am 26. alte Tracks serviert zu bekommen, von solch unterschiedlichen DJs. Und gespannt bin ich auf die Stimmung...und wehe es steht jemand in der Ecke rum *rofl* = ROFL

Fazit: Finde es auch super, das Grille sich wieder mal die Arbeit gemacht hat dieses Interview zu stellen und die Beteiligten sich nicht verschlossen haben...

DER TAG *hmm2* = Hmm... Die Nacht und dieser Tag kommt immer NÄHER!
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   ohyate
09.05.2007 - 14:46:42  

obergeiles interview, offen , ehrlich und sehr ansprechend
    

   Redbullos
12.05.2007 - 14:06:32  

geniales interview :) = Normaler Smile
hat mir sehr gut gefallen

freue mich schon auf die 3 und besonderst auf Good Groove
    

   oriental
13.05.2007 - 16:25:34  

Super Interview, trotz der länge sehr kurzweilig und informativ *gut* = Sehr gut!
Freu mich schon seit Wochen wie ein Schneekönig auf den 26.05.. Für mich definitiv der Partyhöhepunkt des Jahres *yea* = Yeeaaa
Die Leute werden wieder so laut kreischen das man kaum noch die Musik hören kann, einfach Gänsehautfeeling hoch tausend. Freue mich auf eine lange, geile, schweisstreibende Partynacht im ThW - so muss Techno sein
    


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