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News.de | 08.08.2007 - 16:30:39

Zum 13. Mal fand am zurückliegenden Wochenende auf der ehemaligen Raketenbasis Pydna bei Kastellaun die größte Rave-Veranstaltung Deutschlands statt.
Rund 50.000 Besucher lockte die NATURE ONE laut Veranstalter in diesem Jahr wieder in den Hunsrück. Das entspricht in etwa den Zahlen aus den Vorjahren.

Die Besucher kamen aus ganz Deutschland, aber auch aus den angrenzenden europäischen Nachbarländern, insbesondere den BeNeLux-Staaten und Frankreich.

Das Beste vorneweg: Die Veranstaltung verlief ausgesprochen friedlich und aggressionsfrei – und setzte damit eine gute Tradition fort!

Alarmieren muss aus polizeilicher Sicht allerdings die Kontrollbilanz hinsichtlich des Drogenkonsums vor, während und nach dem „Happening“. Nahezu 1.000 Einsatzkräfte der Polizei Rheinland-Pfalz, der Bundespolizei sowie des Zolls waren seit Donnerstag bis in die Nacht zum heutigen Dienstag im Einsatz. Der größte Teil davon war im unmittelbaren Veranstaltungsbereich eingesetzt, daneben fanden aber auch auf den Autobahnen und Zu- bzw. Abfahrtswegen sowie auf den Bahnhöfen in Koblenz und Mainz umfangreiche Kontrollen statt.

Hier zunächst die erschreckenden Zahlen:

  2007 2006 2005 2004
Strafanzeigen gesamt 834 758 702 518
davon gegen das BtmG 776 678 601 406
Fahren unter Drogeneinfluss 193 119 159 162
Fahren unter Alkoholeinfluss 4 5 8 3
            
Sicherstellungsmengen (Auszug):              
- Ecstasy / Stück 2.574 2.630 2.957 2.284
- Amphetamine und Derivate / in Gramm (g) 1.268 1.920 981 489
- Haschisch / g 311 448 491 524
- Marihuana / g 891 634 568 495
- Kokain / g 32 33 14 5
- LSD-Trips / Stück 689 184 103 227
               
Sicherheitsleistungen in Euro 39.095 20.600 15.510 16.035

 (Hinweis: Die Kontrollergebnisse aus dem Bereich der Verkehrsdirektion Mainz sind aus Gründen der Vergleichbarkeit mit den Zahlen aus den Vorjahren hierin noch nicht enthalten und müssen noch hinzu addiert werden. Siehe hierzu die separate Medieninformation des PP Mainz)

Erschreckend sind die Zahlen vor allem unter zwei Gesichtspunkten:

Die erste Auffälligkeit ergibt sich aus der mehr als Verdreifachung der sichergestellten LSD-Trips, eines hochgefährlichen Halluzinogens!
Besonders kritisch ist hierbei zu sehen, dass der starke Zuwachs nicht auf ein oder zwei großen Einzelsicherstellungen beruht, sondern sich aus einer ganzen Reihe von Aufgriffen summiert. Die Betroffenen führten manchmal nur einen oder einstellige Stückzahlen an LSD-Trips mit, aufgegriffen wurden aber auch Dealer, die 26, 76 und in einem Fall 81 Trips dabei hatten.
„Im Drogenbereich gilt: Nur wo ein Markt ist, sind auch Händler. Daher sehe ich in dem Anstieg bei den LSD-Trips einen Hinweis auf ein geändertes Konsumentenverhalten,“ lautet hierzu die erste Einschätzung eines erfahrenen Rauschgiftermittlers.

Nicht weniger alarmierend ist die ebenfalls hohe Zahl an Fahrten unter Drogeneinwirkung.

Dies erstaunt umso mehr, als die polizeilichen Kontrollen

- in jedem Jahr durchgeführt werden und zumindest regelmäßigen Festivalbesuchern hätten bekannt sein müssen
- lange im Vorfeld offensiv über Medien und Internet angekündigt waren und
- durchweg „offen“ (d.h. mit uniformierten Beamten und weithin sichtbar)

angelegt waren.

Das lässt vermuten, dass die Betroffenen entweder so stark unter Drogeneinwirkung standen, dass sie sich ihres Handelns nicht bewusst oder dass ihnen die Konsequenzen schlichtweg egal waren!

Wobei mit „Konsequenzen“ nur am Rande die rechtlichen Folgen angeführt seien.
Viel schwerer wiegt das enorm erhöhte Risikopotential, das sich aus einer Rauschfahrt für alle anderen Verkehrsteilnehmer, die Mitfahrer und nicht zuletzt für die Betroffenen selbst ergibt.
„Die sind offensichtlich nicht mehr auf dieser Welt unterwegs“, kommentiert Polizeihauptkommissar Peter Melles das entweder extrem aufgekratzte oder lethargisch-abwesende Verhalten dieser zumeist jungen Autofahrer.

Besorgniserregend ist nach Ansicht der eingesetzten Beamten auch die Hochrechnung auf das Gesamtkonsumverhalten:
Obwohl die Polizei trotz starken Kräfteansatzes nur selektiv kontrollieren konnte, war fast „jeder Schuss ein Treffer.“
Rückmeldungen der Drogenfahnder vor Ort schwanken je nach Tages-/Kontrollzeit zwischen: „Mindestens jeder Dritte stand unter Drogeneinfluss.“ bis hin zu: „Ich habe überhaupt nur ein einziges Auto kontrolliert, in dem nicht entweder der Fahrer bekifft war oder zumindest bei einem Mitfahrer Drogen gefunden wurden!“

Auf den Punkt gebracht könnte man es auch so ausdrücken:
Hätte die Polizei mit doppelt so vielen Beamten kontrolliert, wären die Zahlen voraussichtlich auch doppelt so hoch ausgefallen!

Gerade in der unkalkulierbaren Langzeitwirkung der Drogen liegt der große Unterschied zu Alkohol und das macht die Teilnahme am Straßenverkehr zu einem (tagelangen?) Vabanque-Spiel.
Hier sei auch noch einmal auf den sich scheinbar abzeichnenden Trend zu LSD hingewiesen. Gerade dieser Droge ist berüchtigt für unvorhersehbare Flashbacks.

Dass es sich hierbei nicht um bloße Schwarzmalerei der Polizei handelt, belegen zumindest zwei Vorfälle in Mainz und Koblenz: In beiden Städten hatte die Polizei mit Drogenkonsumenten zu tun, die sich im Drogenrausch derart in Wahnvorstellungen gesteigert hatten, dass sie mit den Köpfen gegen Mauern liefen bzw. völlig orientierungslos durch die Innenstadt irrten. Beide mussten medizinischer Fachbetreuung zugeführt werden.

Die NATURE ONE 2007 ist vorbei und es grenzt schon an ein kleines Wunder, dass es in der Region nicht zu einem schwerwiegenden Verkehrsunfall gekommen ist. Niemand weiß allerdings, ob die Besucher nicht im Verlauf der weiteren Heimfahrt irgendwo am Kamener Kreuz oder am Drackensteiner Hang verunglückt sind, ohne dass den aufnehmenden Polizeidienststellen der Zusammenhang zu der Rave-Veranstaltung klar wurde.

Neben der nach solchen Großeinsätzen üblichen internen Nachbereitung wird die Polizei ihre Erfahrungen und Beobachtungen auch in die Vorbereitungsgespräche mit Politik und Verwaltung für die sich abzeichnende NATURE ONE 2008 einfließen lassen.

Es erhebt sich die Frage, ob eine Veranstaltung, bei der (mindestens) jeder dritte oder vierte Besucher sich mehr oder weniger offen dem Drogenkonsum hingibt, nicht mit weitaus strengeren Auflagen an den Veranstalter verbunden werden muss bzw. ob sie überhaupt genehmigungsfähig ist. Neben Fragen des Jugendschutzes und der Verkehrssicherheit steht dabei wohl auch das Vertrauen in die Rechtsordnung bzw. die Glaubwürdigkeit des Rechtstaates auf dem Spiel.

Polizeipräsidium Koblenz
Moselring 10-12
56068 Koblenz
Telefon: 0261/103-1

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Eure ToFa


   moritz
09.08.2007 - 14:56:32  

iss ja irre..die tabelle rockt auf jeden fall!
waren schon ganz ansehnliche mengen, die da zusammen gekommen sind.
    

12.08.2007 - 22:27:29  

alter alter...die leude sin auch sooo derart hohl...ich mein...sollen se machen was se wollen....können sich ja die birne zukloppen mit was se wollen...aber ey...dann auto fahren...iss doch eeeecht irrsinn...selbst die crassesten junks sollten doch noch halbes hirn zum denken haben...für was gibts dann die scheiss deutsche bahn...für irgendwas muss der drecksladen doch gut sein lol...
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   RMX
17.08.2007 - 00:54:02  

sollen sie die Leute doch feiern lassen, Glaubwürdigkeit am Rechtsstaat, pfff. Da glaub ich auch nich mehr dran , wenn hier einer von nem Türken ins Koma geprügelt wird, dann kriegt der hier fast keine Strafe und tanzt der justiz noch auffe Nase rum...Is genauso passiert, 100m vor meiner Haustür
    


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