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Wir sind umgezogen..


Ein paar Gedanken zu Marc Spoon...
The Diary | 22.02.2006 - 16:10:38
... danke Herr Löffel
Seite 1: Ein paar Gedanken zu Marc Spoon...
Follow me… Follow me… Dieser Track war  zusammen mit „Odyssee to Anyoona“ einer der wohl tiefsten musikalischen Eindrücke den Marc Spoon zusammen mit Jam el Mar bei mir Anfang der 90ziger hinterlassen hat. Halt moment.. natürlich war ja davor noch der RMX der Beiden von „Age of Love“. Ich kann also behaupten, dass es auch Marc Spoon war, der mich zur elektronischen Musik gebracht hat. Das erste Mal hörte ich nämlich diesen Titel bei meinem allerersten Besuch in der Frankfurter Musik Hall, wo er ja auch als Koch gearbeitet hatte. Dieser Track gab mir damals ein solches Gänsehautfeeling, welches ich niemals vergessen werde. Die Energie, die dieser Track damals in mir freisetzte war unglaublich. Es war für mich das einschlagende  Ereignis in meiner musikalischen Laufbahn, denn damit hatte ich meine Bestimmung gefunden, die elektronische Musik. Ich kann also Markus nur dafür danken…

Es ist viel über Herrn Löffel nach seinem Tot geschrieben wurden. Viele alte Geschichten wurde wieder erzählt und auch ich habe mich an vieles wieder erinnert. An die Glanzzeiten im Dorian Gray im Frankfurter Flughafen. An seine wilden Geburtstagspartys dort, die jenseits von Gut und Böse waren. An seine Clubnights beim HR, die er mal mit Bravur mal mit Mittelmäßigkeit präsentierte. An seinen Love Parade Auftritt und dem daraus resultierend Kultsatz. Ich kann mich an vieles noch erinnern und habe auch meine eigenen Geschichten zu dem Lebemann, der dazu stand ein Arschloch zu sein. Dies gab er jedenfalls in einen Interview zu dem Love Parade Film „Be Angeled“ an. Er sagte er spiele sich selber darin. Das was man im Film sah war er. Ich mag den Film nicht, aber die Stelle mit Markus fand ich köstlich, denn ich hab ihn so im Dorian Gray erleben dürfen. Wie ein grimmiger Brummbär konnte er manchmal sein, aber irgendwie war es schon irgendwie großes Rock´n´Roll was er da immer wieder zelebrierte. Dabei meine ich einfach seine ganze Art sich und seine Musik zu präsentieren.

Man kannte damals in den 90zigern die Geschichte, dass Jens Maspfuhl damaliger Frankfurt Beat-Labelchef, von ihm im Dorian Gray mal richtig eine gelangt bekommen hatte. Irgendwo hab ich sicher noch die Groove rum fliegen, wo dies erwähnt wurde.  Aber er war ja nicht der Erste und sollte auch nicht der Letzte sein, der diese Art von Körperkontakt mit Markus hatte. Aber wenn ich mich recht erinnere, so gab es auch mal eine zurück. So teilte, unser ganz spezieller Viva-Liebling Daisy Dee mal ne Ohrfeige aus, weil die Anmachversuche von Herrn Löffel ihr dann doch zu weit gingen.

Das er kein Kostverächter in vielerlei Hinsicht war, dass ist bekannt gewesen.  Damals legte ich öfters vorne im Air Embargo des Dorian Gray auf. Ein kleiner Laden mit allen überlebenswichtigen Dingen, die ein Raver so braucht z.B. Kaugummi, Lutscher, Klamotten oder Vinyl. Ein ehemaliger Freund kam eines Nachts kreidebleich auf einmal zu mir und meinte es wäre ihm gerade etwas total Blödes passiert.  Der Gute war einer von denen, die das Privileg in der Nähe des DJ-Pultes zu sein ausnutze, um im geeigneten Augenblick die Platten des DJ´s nach Namen zu checken. Ja ja, die Jagt nach den Namen der Platten die gerade gespielt wurden, dass war sein Hobby irgendwie. Als Mr. Spoon eine Pinkelpause einlegte wurde natürlich die Chance zum Vinylstöbern von ihm sofort genutzt. Jedenfalls sah er da noch ein einsames Exemplar oben auf den CD-Playern liegen. Ganz klar, dass der Griff zu dieser Platte automatisch passierte. Doch in dem Moment als er das gute Vinyl zu sich drehte, um den Namen zu lesen, da purzelte weises Pulver herunter.  Oh man….  Keine Gute Idee dem DJ sein Stoff  zu vernichten, schon gar nicht wenn er Marc Spoon heißt. So stand er also auf einmal bei mir im Air Embargo das Entsetzen noch im Nacken und in der Hoffnung keiner hat´s gesehen. Über Marc Spoon´s Reaktion kann ich nur spekulieren, doch drüber lachen musste ich dennoch. Ich glaube an diesem Morgen war ein Gast ab diesem Zeitpunkt weniger im Großen Club des Dorian Gray. *g*

Ich erinnere mich auch noch daran, als Ata versehentlich morgens im großen Club anfing zu spielen, obwohl er in den kleinen Floor sollte. Gut, es war keine Absicht und so spielte er mit seinem Housesound, wenn auch etwas ungewohnt im großen Floor, dennoch die Leute in Stimmung. Gerade auf dem Höhepunkt der Size 9 „I´m ready“ tauchte Marc Spoon auf, um seine Schicht zu beginnen.  Mit roher Gewalt wurde die Size 9 im sich gerade immer weiter aufbauenden Megabreak der Saft abgedreht. Da wo es am Schönsten war, wo die Leute am Schreien waren und die Stimmung auf dem Höhepunkt. Genau an dieser Stelle, da wurde der Ausknopf gedrückt und das Intro einer anderen Platte ertönte. Tja, krasser Stilwechsel und ein leicht verdutzter Ata, aber der Morgen ging wie gewohnt weiter. Mit guter Musik und guter Stimmung, wie man es auf den Afterhours im Dorian Gray gewohnt war.

Als DJ, war ich einer der Leute, die es „dem Spoon“ übel nahmen, wenn er wieder mal keine Lust hatte richtig zu Mixen. Ich hab es immer als Laune empfunden, wenn er sich wieder mal einen Scheiß daraus gemacht hat, was die Mixkunst betraf. Denn wenn er wollte, dann war er exzellent. Dennoch, eines war immer sein Markenzeichen. Sein Sound. Dieser machte mich und viele, viele Andere über Jahre glücklich.

Ob gut gelaunt oder brummig. Wo Spoon drauf stand, da war auch Spoon drinnen. Man wusste was einen erwartet, denn für Überraschungen jeglicher Art war er immer gut und das in  jeder Hinsicht. Vielleicht kann man ihn deswegen auch mit ruhigem Gewissen als Ikone bezeichnen, denn wenige schaffen es einen solch unvergesslichen Charakter zu schaffen wie er. Vielleicht waren es gerade die vielen Ecken und Kanten und auf der anderen Seite das musikalische Genie, was ihn so unverwechselbar gemacht hatte.

Es war eine tolle Zeit mit Dir Markus. Egal ob man Dich gemocht hatte oder nicht. Du wirst nie in Vergessenheit geraten. Dafür hast Du alleine schon mit all deinen Produktionen gesorgt und all den Projekten, wo Du im Musikgeschäft Deine Finger mit drinnen hattest. Ebenso wie auch durch Torsten Fenslau, wäre die elektronische Musik, die Dance- und deutsche Clubkultur nicht das, was sie heute sind.  Du warst ein wichtiger Stein bei Bau dieses Weges dabei. 

Ich danke Dir…
 

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Eure ToFa


   Tom
27.02.2006 - 12:33:51  

BESTENS BESCHRIEBEN, GUTER ARTIKEL !
    

   Roland
17.03.2006 - 08:29:54  

Danke fuer diese teils ruehrende, teils lustige Geschichte, ich denke Markus hat das verdient. Goethe sagte mal "Wo viel Licht ist da ist auch viel Schatten", der Mann hat es nicht nur verstanden sondern auch gelebt. Danke fuer den Nachruf
    

   gabi
19.05.2007 - 10:03:05  

ein objektiver und schöner nachruf...so war er eben..immer auf der" wild side of life" ...auch von mir DANKE....
    

   jennie
17.05.2009 - 11:02:24  

echt toller artikel!!
    


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